Auf musikalischen Spuren durch Leipzig : 22.01.2011 : von Juliane Bally
Die Notenspur markiert Brennpunkte der Leipziger Musikgeschichte, Wirkungsstätten von bekannten Komponisten: Wo waren im Barock Bach und Telemann aktiv, wo Mendelssohn, Schumann und Wagner in der Romantik? Wo unterschrieb Bach seinen Anstellungsvertrag als Thomaskantor? Wo siedelte sich der älteste Musikverlag, Breitkopf, seiner Zeit an? Die Entdeckertour führt vom neuen Gewandhaus bis zum MDR-Kubus, einmal durch das Leipziger Stadtzentrum (Stationen im Einzelnen: s. u.).

Kartengestaltung: Moosbauer & Huennerkopf Kommunikationsdesign
Initiator der Notenspur ist Professor Werner Schneider, Physiker und Musikliebhaber: „Dieses umfangreiche Projekt ist keine Einzelleistung, sondern eine gemeinsame Sache von uns Leipzigerinnen und Leipzigern.“ Ein Projekt also, das die Arbeit von Leipziger Kulturinstitutionen zusammenbringt, die sonst „nicht immer in einem Boot sitzen und manchmal sogar in unterschiedliche Richtung rudern.“ Die gemeinsame Arbeit bringt auch die Erfahrung mit sich, „dass es uns alle und unsere Stadt voran bringt, wenn wir nicht nebeneinander, sondern miteinander arbeiten“, so Schneider.
Auf den Spuren jüngerer Vergangenheit - durch die Musikgeschichte des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts - führt der Notenbogen. Er vergegenwärtigt die Zeit, in der Arthur Nikisch Gewandhauskapellmeister, Gustav Mahler Opernkapellmeister und Max Reger Universitätsmusikdirektor waren. Bei einem Rundgang durch das Waldstraßen-Viertel, den Clara-Zetkin-Park und das Musik-Viertel ist die Atmosphäre der Stadt noch erlebbar, in der das zweite Gewandhaus als internationales Musikzentrum Komponisten wie Peter Tschaikowsky, Edvard Grieg oder Richard Strauß nach Sachsen zog. Auf dem Notenbogen liegen im Unterschied zur Notenspur keine Musik(er)-Museen und nur wenige Innenräume können besichtigt werden. Deshalb empfiehlt sich der Leipziger Notenbogen besonders bei schönem Wetter.
Zwei Schwerpunkte gibt es beim Kennenlernen des Notenbogens: die Nachwuchsförderung und das jüdische Kulturleben Leipzigs. Der Weg führt daher zu zwei traditionsreichen Ausbildungsstätten: zum Forum Thomanum und zur Hochschule für Musik und Theater, wo das Erbe des von Felix Mendelssohn Bartholdy 1843 gegründeten Konservatoriums fortgesetzt wird. Und schließlich hebt der Leipziger Notenbogen das jüdische Leben in Leipzig hervor, wie etwa die Musiktradition in der Ez-Chaim Synagoge.
Ein Teil der musikgeschichtlich interessanten Orte Leipzigs liegt außerhalb des Innenstadtrings und wird durch eine rund 36 Kilometer lange Fahrradroute verbunden. Zu den 16 Stationen des Leipziger Notenrads gehören unter anderem das Geburtshaus Hanns Eislers in der Hofmeisterstraße 14 in Hauptbahnhofsnähe, die Gedächtniskirche in Leipzig-Schönefeld, wo sich einst Clara Wieck und Robert Schumann das Ja-Wort gaben oder das Stadtgut Mölkau, wo die frisch Vermählten den Nachmittag ihres Hochzeitstages verbrachten. Viele der Notenrad-Stationen führen in die Auenlandschaft und verbinden so Musik mit naturnaher Erholung.
Im Rahmen der Initiative Leipziger Notenspur heißt es auch: Kinderspur, Klangexperimente, UNESCO-Weltkulturerbe-Bewerbung und Notenspur-Salons und mit diesen unterschiedlichen Facetten schaffen die Leipziger Notenspur, der Notenbogen und das Notenrad einen neuen Erlebnisraum der Kulturstadt Leipzig.
Die Notenspur-Stationen
1 Neues Gewandhaus
2 Mendelssohn-Haus
3 Grieg-Begegnungsstätte
4 Musikbibliothek Peters
5 Grassi-Museum für Musikinstrumente
6 Alter Johannisfriedhof
7 Schumann-Haus
8 Grafisches Viertel – Musikverlage
9 Wagner-Denkmal
10 Oper Leipzig
11 Alte Nikolaischule
12 Nikolaikirche
13 Altes Rathaus
14 Museum der bildenden Künste – Beethoven
15 Zum Arabischen Coffe Baum
16 Hôtel de Saxe
17 Thomaskirche
18 Bach-Museum
19 Standort des Geburtshauses von Clara Wieck
20 Standort Altes Konservatorium
21 Standort Erstes Gewandhaus
22 Paulinum – Aula und Universitätskirche St.Pauli
23 MDR-Studio – Rundfunkklangkörper
MUSIK : Auf musikalischen Spuren durch Leipzig : 22.01.2011 : von Juliane Bally
MUSIK : Mit Klängen und Tönen ins Leben : 18.01.2011 : von Claudia Laßlop
MUSIK : Kreativität in Grenzen : 16.01.2011 : von Claudia Laßlop
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