Porzellan will erobert werden ...

13.10.2010 13:19 von Antje Meißner

„300 Jahre europäisches Hartporzellan“ und „250 Jahre Porzellanland Thüringen“ sind zwei sehr präsente Jubiläen, aber spricht das Material Porzellan in seiner Masse und Vielfalt auch junge Menschen noch an?

Junge Menschen und junges Porzellan verfügen heute über völlig andere Kommunikationsplattformen. Der klassische Fachhandel scheint ausgestorben zu sein bzw. zieht nur noch die Generation 60 plus an. Vielmehr findet man Orientierung auf Designmessen wie Designers’ Open (DO), Grassimesse oder DMY Berlin, den diversen Weihnachtsmessen für angewandte Kunst oder auch beim IKEA-Einkauf und natürlich spielt das Internet mit seinen Onlineshops und Plattformen eine dominante Rolle.

Porzellan für junge Menschen ist kein Ausstattungsthema im Sinne repräsentativer Anschaffungen mehr und taugt noch viel weniger für die globalisierte Massenfertigung. Nicht die Lifestylefloskeln und Marketingsprüche beeindrucken junge Leute, sondern konkrete Autoren und deren Design- und Objektphilosophie sowie die Entstehungsgeschichte, Fertigungsmerkmale, Handschriften und eine persönliche Beziehung zum Objekt. Hier schafft der Designer eine ganz andere Form von Interesse und Vertrautheit.

Warum gilt Porzellan als widerspenstig und sinnlich zugleich?

Porzellan ist und bleibt ein Werkstoff, den man nur mit einem hohen Erfahrungswissen meisterlich beherrschen kann. Er ist immer wieder für Überraschungen und Enttäuschungen gut. Porzellan könnte man tatsächlich als launig und widerspenstig bezeichnen. Die Ergebnisse und Folgen der jeweiligen Arbeitsschritte sind oft erst nach Tagen oder nach dem letzten Brand (3 Brände sind dabei nicht ungewöhnlich) sichtbar. Porzellan will erobert werden.

Ein gelungenes Porzellanobjekt hat so einen längeren Vorlauf. Porzellan ist kein Material für Ungeduldige, spontan Arbeitende; Intuition und Spiel drücken sich anders aus. Derjenige, der sich auf diesen schwierigen Prozess einlässt, entdeckt auch die verborgenen Reize dieses Materials, wie der Klang des vollkommen gesinterten Scherbens, seine Dünnwandigkeit und bisweilen wunderbare Transluzenz, seine Härte und Dichte, das Lichtspiel auf den glasierten und matten Oberflächen, feinste Detailausprägung von Körperkanten, Relief- und Ornamentdarstellungen.

Und ist Porzellan im anspruchsvollen Alltagsgebrauch nicht nach wie vor unschlagbar?! Porzellan ist ein hygienisch sicherer Werkstoff und absolut geschmacksneutral. Seine makellosen, reinen Weißflächen stellen die idealen „Bühnenflächen“ für kulinarische Ambitionen dar. Porzellanbruch und Scherben sind unbedenkliche, silikatische Abfallstoffe und an Wertkreisläufen wird gearbeitet.

>> weiterlesen im Kunststoff Nummer 21

Zurück

19.01.2011 17:53 von Mirko Wenig

Mein Leben als Museumswärter

Seit April 2009 arbeitet Mirko Wenig als Museumswärter im Museum der bildenden Künste Leipzig. Ein langweiliger Job? Manchmal. In seinem Bericht klärt er auf, was das Besondere an dieser Arbeit ist.

Weiterlesen …

16.10.2010 12:16 von Claudia Laßlop

Ausstellung von Micha Ullman auf 2011 verschoben

Die in der aktuellen Kunststoff-Ausgabe angekündigte Ausstellung des israelischen Künstlers Micha Ullman - die Eröffnung sollte ursprünglich am 14. November sein - findet aufgrund einer Erkrankung des Künstlers erst 2011 statt.

Weiterlesen …

13.10.2010 13:19 von Antje Meißner

Porzellan will erobert werden ...

Traditionell, zerbrechlich, filigran, wertvoll, sinnlich … Porzellan verdient viele Attribute – nach wie vor scheint die Faszination für diesen Werkstoff ungebrochen. Ein gefragter Gesprächspartner zu diesem Thema ist Hubert Kittel. Als Porzellandesigner und Professor für Produktdesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Kurator, Publizist und Fachrichtungsleiter gilt er als renommierte Größe in der internationalen Porzellanszene.

Weiterlesen …

21.09.2010 18:44 von Hagen Schied

Baukunst trifft Braukunst

Heinz Häse. Geboren 1925 in Schkeuditz. Gestorben 2000 in Lütschena. Er war Maler, Grafiker, arbeitete mit verschiedensten Materialien und gestaltete Innen- und Außenwände öffentlicher Gebäude. Sie kennen Heinz Häse nicht?

Weiterlesen …

03.07.2010 00:00 von Sören Hauck

Urbane Identitätsstifter oder ideologische Altlast

Palast der Republik, Prager Straße in Dresden oder Brühlkaufhaus in Leipzig sind medial geeignete Beispiele, die Diskussion zum Umgang mit zentralen Bauten der Ost-Moderne öffentlich zu führen. Oft jedoch ist Abriss oder Überformung unter vorgehaltener Notwendigkeit mit meist wirtschaftlicher Argumentation entgegen Sachverstand und Mehrheitswillen rasch vollstreckt, bevor Pro und Contra objektiv gegeneinander aufgewogen werden.

Weiterlesen …

27.04.2012 11:15

Hamburg: Ausstellungen in 2012

Auch im Jahr 2012 locken zahlreiche Ausstellungen Kulturinteressierte und Touristen aus aller Welt in die Hansestadt Hamburg. Im Frühling, genauer am 28. April, gibt die Lange Nacht der Museen Gelegenheit, in die Welt von Kunst und Kultur einzutauchen.

Weiterlesen …

11.04.2012 08:18

Sehenswerte Ausstellung im Anne Frank Haus in Amsterdam

Das Anne Frank Haus in Amsterdam zieht ganzjährig Touristen an. Das Schicksal des jüdischen deutschen Mädchens Anne Frank, das 1934 mit seiner Familie dem Terror des Nationalsozialismus entkommen und sich ein besseres Leben in den Niederlanden aufbauen wollte, bewegt Millionen von Menschen.

Weiterlesen …